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Gegen die Angst, unangenehm aufzufallen

Erika Kunz erläuterte im Mütterzentrum Schopfheim die in Seminaren vermittelte Arbeit eines "therapeutischen Clowns"

Bad. Zeitung SHO 10 8.1.1998

Schopfheim. Um einen Einblick in die Arbeit eines "therapeutischen Clowns" zu gewinnen lud das Schopfheimer Mütterzentrum Erika Kunz ins evangelische Gemeindehaus ein...

Das zentrale Thema auf den von Erika Kunz geleiteten Seminaren in der Wirtschaft, Krankenhäusern, psychiatrischen Kliniken und im Bereich Sport ist die Scham und die mit ihr verbundene Angst, sich in bestimmten Situationen daneben zu benehmen, etwas Falsches zu sagen und dadurch unangenehm aufzufallen. Da sich alle Menschen möglichst perfekt verhalten wollen, sind sie bestrebt, die eigenen Mängel zu überspielen. Ziel der Gruppenarbeit in den Seminaren ist es, dass eine "schamgebundene Erstarrung" sowohl der Psyche und dadurch auch des Körpers gelöst wird. Dazu geht man in der Gruppenarbeit in die unverletzte Kindheit zurück, weil dort "die Quelle kreativer Lebenskraft und lustvoller Selbstbehauptung liegt".

Genau hier greift dann Erika Kunz als "therapeutischer Clown" ein, der bekanntlich nicht dem Ideal der Gesellschaft entspricht, ist er doch weder schön, klug, vernünftig noch beherrscht er seinen Körper Anstatt beschämt zu sein, lebt der Clown trotz seiner zahlreichen Unzulänglichkeiten seinen Zuschauern eben diese "lustvolle Selbstbehauptung" vor, mit der sich die Seminarteilnehmer identifizieren sollen. Ausgestattet mit einer roten Clownsnase schlüpft die Gruppe in eine andere Rolle, in der das Erwachsensein ausgeklammert wird, und sie mit Hilfe des "therapeutischen Humors" ihre eigenen Schwächen ausgiebig darstellen. Die Personen werden nun nicht wegen ihrer Schwächen ausgelacht, sondern das Lachen wird als Bestätigung ihres Körpers empfunden. Durch diesen Einstellungswandel kann die schamhafte Erstarrung des Körpers, der sogenannte "Pinocchio-Effekt", gelöst werden, so dass die Angst vor dem Ausgelachtwerden ("Gelotophobie") nicht mehr lebensbestimmend ist.

Ein weiterer Bestandteil des in der Psychotherapie neuen Ansatzes der Humortherapie ist das gemeinsame Lachen, in dem sich der Einzelne nicht mehr als Opfer empfindet, sondern er sogar Selbstbestätigung erfährt. Um seine eigene Anspannung zu lösen und sich auf ein neues Gefühl einzustellen, soll ebenfalls gelacht werden. Dass Lachen nicht nur für die Psyche gesund ist, belegte Erika Kunz anhand einiger Beispiele. So senkt das lachen den Spiegel des im Blut vorhandenen Stresshormons Adrenalin und fördert die Produktion körpereigener Morphine. Auch mit der "paradoxen Intervention" arbeitet ein therapeutischer Clown. Dabei verlässt man bei einem Streit - Gespräch die üblichen Wege der Auseinandersetzung und begibt sich auf ein auf den ersten Blick "absurdes" Terrain, das beim genaueren Hinschauen die Diskussion befruchtet.

Warum soll man nicht einmal zu einem Kind, das sich an der Ladenkasse lautstark für Süßigkeiten einsetzt, sagen, es solle noch viel lauter schreien, möglicherweise würde ihm dann jemand das Erhoffte kaufen? Aus den Reaktionen der Umherstehenden wird das Kind sich seine Schlusse ziehen. Oder wie wäre es, wenn das abends nach Hause kommende Ehemann sich beschwert, dass das Essen noch nicht auf dem Tisch steht und die Frau entgegnet, die Wäsche habe sie auch noch nicht gemacht?

Mit ihrem Vortrag hat Erika Kunz es geschafft, den Müttern ein doch den meisten ziemlich fremdes Thema auf unterhaltsame Art nahe zu bringen. Gerade die Beispiele stießen bei den Zuhörerinnen auf großes Interesse, und haben die Neugierde auf ein Seminar mit einem "therapeutischen Clown" geweckt.